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Algenbekämfung gehört zu den schwierigsten Herausforderungen im Aquarium. Algen scheinen sich überall und unter allen Umständen zu bilden.

Sie wachsen auf den Scheiben, Wurzeln, Steinen und besonders Blaualgen (Cyanobakterien) gerne auch auf dem Bodengrund. Es gibt keine gesicherten statistischen Erkenntnisse, aber es scheint so zu sein, dass Cyanobakterien verstärkt auf Sandböden vorkommen. Besonders anfällig könnten dabei frische Sandböden sein.

Was tun gegen Algen, was tun gegen Blaualgen (Cyanaobakterien)?

Gegen Algen werden immer wieder schnellwachsende Pflanzen empfohlen, und meist haben die auch eine gute Wirkung.

Warum?

Das Standardargument ist die Konkurrenzsituation. Die Pflanzen nehmen den Algen die Nährstoffe weg, daurch können sich die Algen nicht entwickeln. Das klingt einleuchtend ist aber nur die halbe Wahrheit.

Warum gewinnen dabei in der Konkurrenz eigentlich immer die Pflanzen?
Was gibt ihnen den entscheidenden Vorsprung?

Ein Punkt ist sicher ihr schnelles Wachstum. Schnellwachsende Pflanzen, und nur die helfen gegen Algen, können einen Überschuss an Nährstoffen schnell aufnehmen, damit den Überschuss an Nährstoffen schnell entfernen, sie können einen Puffer bilden. Sie können schneller reagieren als Algen. Das bedeutet aber nicht, dass ein ständiges Nachdüngen, ein dauerndes Erhöhen der Düngermenge, weil die Pflanzen ja schnell wachsen, richtig wäre. Wie immer, es gilt ein Gleichgewicht zu erreichen, was durch schnellwachsende Pflanzen als Puffer, als Stabilisator erleichtert wird  

Die weitere Erklärung könnte darin liegen, dass Pflanzen Schutzmechanismen gegen Fressfeinde und Nahrungskonkurrenten entwickelt haben. 
Wasserpflanzen enthalten oft chemische Substanzen, die sich algenschädlich auswirken. Dies ist ein Schutzmechanismus der Pflanze. Diese Stoffe werden beim Wachstum, aber besonders beim Zerfall der abgestorbenen Blätter frei.

Dies führt dazu, dass der Mulm, in den sich die totem Blätter verwandeln, auch hier wirksam sein kann. Diese Vorgänge nennt man Allelopathie
Da sich der Mulm im Kies besser bilden, auch besser ablagen kann als im Sand, der kaum Zwischenräume bietet, sind dann auch Kiesböden unempfindlicher gegen Cyanos (Blaualgen) als Sandböden. Dashalb sind auch frisch aufgesetzte Aquarien anfälliger als ältere Aquarien. 

Ein reiner Wasserwechsel schadet hier nicht, erst wenn dabei Mulm abgesaugt und der Bodengrung "gereinigt" wird kann dies zu nachteiligen Ergebnissen, zu mehr Algen führen, weil dabei auch die von den Pflanzen geschaffenen Schutzmechanismen zerstört werden.

Die Allelopathie könnte auch erklären, warum Pflanzen in dem einen Becken gut wachsen, in einem anderen, mit anderer Pflanzenkombination eher nicht.