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Bei Pflanzen im Aquarium sind die Bedürfnisse seiner Bewohner und die Bedürfnisse seines Besitzers zu berücksichtigen. 

Das klingt komplizierter als es ist, denn in der Regel empfinden wir etwas als schön, als harminisch, was auch den Bedürfnissen der Aquariumsbewohner entgegen kommt. 

Die Frage welche Pflanzen geeignet sind ist bereits an anderer Stelle beantwortet.
Hier geht es mir um die Gestaltung durch Pflanzen nach den Bedürfnissen der Bewohner und der Betrachter. 

Die Fische
Unsere Fische sind nicht freiwillig im Aquarium, sie sind die Beteiligten, die am wenigsten Einfluss haben, aber in der Umgebung leben müssen. Sie haben einen Anspruch darauf, dass wir uns bemühen ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Unsere Vorstellung von der Unterwasserwelt ist in der Regel nicht sehr realistisch. Gerade in tropischen Gewässern vermuten wir ein dichtes Pflanzenwachstum. In der Regel ist das nicht so. Die meisten Fische kommen aus einer eher pflanzenarmen Umgebung. Im Grunde interessieren sie sich nicht für Pflanzen. 
Pflanzen haben für die Fische eher den Sinn Strukturen, Verstecke und Rückzugsräume zu bilden. 
Große, zentrale Pflanzen, auch im Vordergrund, die das Becken in Bereiche einteilen kommen ihnen in der Regel entgegen, weil sie sich der Sicht der anderen Fische insbesondere der eigenen Artgenossen, entziehen können.

Das ist nicht Ausdruck schamhaften Verhaltens, sondern ermöglicht es rangniederen Tieren Momente der Ruhe zu finden. oder anderen ihre Jungfische zu verteidigen, eine Grenze für Reviere zu finden.

Schwarmfische oder eher Gruppenfische brauchen dagegen einen ausreichenden Schwimmraum, um den Schwarm oder die Gruppe zu bilden. 

Der menschliche Betrachter
Der Mensch, der von der Frontscheibe ins Becken guckt, der hat andere Maßstäbe. Er hat, anders als die Fische, den Blick von vorne nach hinten, für ihn ist das Aquarium eher eine Bühne. Dementsprechend sollte auch der Aufbau, die Anordnung der Pflanzen sein. 
Immer wieder liest man folgende Grundregel: Kleine vorne, große und schnellwachsende Pflanzen hinten. Ich halte diese Regel für falsch. Als Beispiel, wer im Wald steht sieht die nahen/vorderen Bäume groß, gleiche weiter hinten wirken kleiner, obwohl sie nicht kleiner sind. Wiederholt man also ein Dekorlement, eine Pflanze die vorne in groß steht, auf ansteigenden Bodengrund, oder einer Terrasse im Hintergrund noch einmal in klein, so entsteht der Eindruck von Tiefe.

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Aber es gibt kein "Richtig" und kein "Falsch", sondern nur ein "gefällt mir" oder eben nicht. Solange dabei die Bedürfnisse der Fische berücksichtigt sind und die im Aquarium notwendigen Pflanzen vorhanden sind geht alles.

Allerdings sollte man wie jeder Gärtner, denn im ganz kleinen Maßstab ist der Aquarianer auch ein Gärtner, berücksichtigen dass und wie sich das Aussehen verändert, wenn die Pflanzen wachsen. Dies gilt In jedem quarium, da Veränderungen immer Anpassungsprozesse in der Biologie des Beckens erfordern, die das empfingdliche Gleichgewicht im Becken stören können.